Vögel in und um Rheinland-Pfalz

Ciconia nigra (Schwarzstorch)

Überregionale Verbreitung

In Teilen S- und E-Europas über Asien bis zum Pazifik verbreitet, vom Tiefland bis in Mittelgebirgslagen von ca. 1000 Höhenmeter. Der Bestand in Europa wird mit ca. 5 - 6 T. BP als „selten“ eingestuft (HAGEMEIJER & BLAIR 1997) und entspricht etwa der Hälfte des Weltbestandes (BI/EBCC 1995). Seit einigen Jahren wird ein Bestandsanstieg und eine Ausbreitung nach Westen festgestellt, sowie vermehrte Brutvorkommen in Rheinland-Pfalz (DIEHL 1999, NABU-Jahresberichte 1999, K. & T. ISSELBÄCHER 2001), darunter auch in der Nordpfalz (Steinalb, Truppenübungsplatz Baumholder).
Regelmäßiger Durchzügler in den Randbereichen (z.B. STOLTZ & HELB 2000 b).

Regionale Verbreitung

Die 110 Meldungen seit 2010 aus Rheinland-Pfalz belegen, dass der Schwarzstorch in bestimmten Landestei­len wieder regelmäßig beobachtet wer­den kann. Aus dem Westerwald und der Eifel, aber auch aus anderen Regionen werden Sichtbeobachtungen gemeldet. Im Herbst verlassen die Vögel Rheinland- Pfalz. Werden Schwarzstörche außer­halb der Brutzeit beobachtet, handelt es sich meist um Durchzügler aus anderen Regionen.

Lebensraum

Der Schwarzstorch brütet bevorzugt in naturnahen Laub- und Mischwäldern auf Altbäumen mit lichter Krone, sonst auch in Felswänden. In der näheren und weiteren Umgebung müssen naturnahe Bäche, Sümpfe, Feuchtwiesen, Waldtei­che oder Altwasserarme zur Nahrungs­suche vorhanden sein.

Fortpflanzung

Nest in Mitteleuropa meist hoch in Baumkronen mit guter Anflugmöglichkeit (NABU-Jahresberichte 1999). Auch Althorste anderer Arten werden angenommen und ausgebaut. Beide Partner bauen. Eiablage ab Mitte April, meist im Mai. Gelegegröße 3 - 5 Eier. Brutdauer 32 - 40
Tage. Die Nestlinge werden mit ca. 68 Tagen flügge. Eine Jahresbrut.

Nahrung

(Wasser-) Insekten, Fische und Amphibien, seltener Reptilien und Mäuse.

Verhalten

Tagaktiv. Im Brutgebiet meist sehr scheu, auf der Nahrungssuche aber bis in Siedlungsnähe kommend. Segelflieger und - häufiger als der Weißstorch - ruderfliegend. Während der Brutzeit territori al, auf dem Zug auch in Trupps.

Schutzmaßnahmen

Vor allem die Erhaltung naturnaher Wald- und Grünlandfeuchtgebiete sowie Schutz langsam fließender Gewässer in Wäldern.

Gefährdung

Verfolgung, Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft und Entwässerungsmaßnahmen waren die Hauptursachen des Bestandsschwunds. Gebietsweise werden auch heute noch geeignete Lebensräume negativ beeinflusst bzw. zerstört und Schwarzstörche auf dem Zug er

Gesetzlicher Schutz und Gefährdungseinstufung

Informationen über den Gefährdungsstatus bei ARTeFAKT.

Meldungen dieser Art in Deutschland und angrenzenden Gebieten

Artenportrait bei nabu-naturgucker.de.

Verwechslungsgefahr

Bei großer Entfernung und starkem Sonnenlicht kann man Weiß- und Schwarzstorch durchaus verwechseln, denn die Oberseite des Schwarzstorchs kann dann hell erscheinen. Auf der Unterseite des Schwarzstorchs sind aber nur die Achselfedern weiß (SVENSSON et al. 1999).

Häufigkeit der Meldungen im Jahresverlauf

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Die bisherigen Sichtbeobachtungen ver­teilen sich gleichmäßig über fast die gesamte Zug- und Brutzeit von Mitte März bis Mitte September.


ArtenFinder-Meldekarte

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